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latest work
fast banal & mad world, oktober 2026


“When people run in circles, it's a very, very mad world” singen Tears for Fears.

Menschen sind in Bewegung. Sie tanzen, laufen, drehen sich, folgen einander. Jede/r ist beschäftigt, jede/r hat eine Richtung, eine Aufgabe, einen Rhythmus. Wo die Bewegung hinführt ist unklar. Die Orientierung längst verloren.

Ihre Gesten tänzelnd, stöckern, ein bisschen ungelenk und doch einer Ordnung folgend. Leichtigkeit. Anspannung.  

Gesellschaftliche Routinen. 
Funktionieren.

In der Natur lässt sich ein ähnliches Phänomen beobachten: die Ameisenmühle. Verlieren Ameisen die Orientierung, können sie beginnen, einander im Kreis zu folgen. Eine Bewegung, die zunächst sinnvoll erscheint, wird zur endlosen Wiederholung. Mad World


Was sich in der Natur nicht beobachten lässt, ist die Lüge. 
Beinahe banal ist sie geworden. Selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Oft ist uns die Lüge lieber als eine Wahrheit, die wir nicht hören wollen. Und manchmal scheint es kaum noch eine Rolle zu spielen, ob eine Aussage wahr ist oder nicht.

Wahrheit. Behauptung.
fast banal.










01     fast banal, öl auf Leinwand, 160 x 120, 2026



























































Ich folge dir, Erste.
Immer folge ich der Ersten.

Ich bin Teil deiner Umlaufbahn,
so wie du Teil meiner bist.
Du bist meine Spur.
Mein Weg des geringsten Widerstands.

Ich folge dir.
Nummer Drei folgt mir.

Du zeichnest meine Bahn vor.
Ich zeichne die meiner Nachfolgerin.

Wir sind Gefolgschaft.
Im Gleichschritt.
Gleichförmig.

Wir leben Gehorsam.
Wir lieben Gehorsam.

Dann passiert etwas.

Wir drehen uns.
Alle folgen.
Niemand führt.

Wir merken es.
Aber wir müssen die Ordnung aufrechterhalten.

Im Kreis wird Schwarmintelligenz
zu Schwarmblindheit.

Ein Gruppensog.
Eine Gruppentrance.

Wir drehen uns.
Und drehen uns.

Keine Nummern mehr.

Vielleicht bin ich jetzt niemand.
Oder Nummer 583.

Vorwärtsdrang.
Dauerlauf.

Weiter.
Weiter.
Schneller.

Aber in der Ordnung bleiben.
Das System muss bestehen bleiben.

Wir wollen.
Wir müssen.
Wir müssen wollen.

Dichtestress.

Zu eng.
Zu eng.

Zu viele Gedanken,
die nicht meine sind.

Uff.
Jetzt drück doch nicht so.

Atemlosigkeit.
Endlosigkeit.
Ewigkeit.

Uff.










03      nachspielzeit, ölkreide auf papier/mdf, 160 x 120, 2026
04      fuchs, skulptur holz, 90 x 50, 2026


Die eigentliche Zeit ist vorbei, aber das Spiel geht weiter. Was macht man mit dieser Zeit? Wem gehört sie? Ist sie überhaupt noch „echte Zeit“. 

Man kann sich zum Beispiel flüchten. Man kann imaginieren. Man kann sich vorstellen wie die Welt hätte gewesen sein können.

Früher, kleiner Fuchs, früher gab es noch Wälder. Riesige Bäume die den Boden kühl und feucht gehalten haben. Und dieses Rauschen. Das war schön. 

Die Nachspielzeit ist wie eine verstopfte Zukunft. Wie, wenn man weiß, dass die Zeit fast vorbei ist und man darauf wartet, dass etwas Neues beginnt.





Ach diese Kunst, dieses Verführen

Locken, reizen, betören, bezirzen, 

umschmeicheln, bannen, entzücken,

in den Bann ziehen, den Kopf verdrehen, Sehnsucht wecken.

umwerben, verführen, umschlingen, 

streicheln, schmeicheln, erhitzen, entzünden, entfachen, 

Rausch, Ekstase, und ...aaahh schillernde Erregung

In Versuchung führen, schwach werden lassen, verleiten,

 ködern, anfüttern, 

Oh süßes Gift, verbotene Frucht, goldener Käfig.

Du, ja du. Du lässt ässt mich schwelgen, kosten, naschen, mich den schönsten Tag erträumen.

Lass mich dir hingeben, mich berauschen, dich berauschen, betäuben, verlieren.

Lass mich eintauchen, versinken, schmelzen.

Lass mich in dir schwimmen, dich ummanteln.

Samt, Seide, Süße, 

Dekadenz, Luxus, Überfluss, Rausch, Taumel.

Nie. Niemals würde ich dich hinters Licht führen, dich irreleiten, dich  verleiten, missbrauchen, dich gefügig machen, abhängig machen, willenlos machen, schwach machen. Nie

Komm schon. Komm her. Wir wollten doch nur spielen. Schenk mir dein flüstern, säuseln, raunen. Lass mich dir schmeicheln, alles versprechen, dich beschwören, umwerben, umschmeicheln, betören, verführen,

Ach komm schon. Lass uns spielen. Haut, Lippen, Nektar. Honig. Auf deinen Lippen. Die schönen Worte.

Ich will dich. Ich will, ach , ich will dich faszinieren, hypnotisieren, bannen, 

nein, nicht blenden, nur betören, bezaubern, ver... verrückt sein nach...ach

Lass mich dir die Welt versprechen.



Ich kann dich zum Träumen bringen, zum Träumen verführen

Dir den Kopf verdrehen. Den Mund wässrig machen.

Komm lass uns zusammen blenden lassen

Lass uns dem Glanz erliegen. Und süßen Lüge folgen

Mit dem Feuer spielen.

Komm schon. Verschleier mich. Manipuliere mich. 

Lass mich dich einlullen, blenden, täuschen, 

Ich kenn den Weg. Das Paradies mein Kind, oh ja. Auch Ewigkeit. Unsterblichkeit. Glühende Erfüllung. Unendlichkeit.

Komm schon. Komm





 02    mad world, öl auf Leinwand, 160 x 120, 2026





05        flucht, öl auf leinwand, 280 × 150 cm, 2026

Alles so fern. Gern ungesehen. Nichts geht uns nah. Alles geht uns nah.
Die Welt. Aus den Fugen? Nein. Doch nicht aus den Fugen! Es ist doch schön! Alltag. Gedanken machen. Besser nicht. Nächster Gedanke. Flucht nach innen. Verharren. Wegsehen. Reisen. Oh ja! Gerne in die Ferne. Immer weiter und weiter. Glamour und Glitzer. Und möglichst viele Bilder auf denen der Reste der Welt sehen kann wie glücklich wir doch sind. Wie gut wir es doch haben.  Ach schön. So schön! Wir lassen es uns gut gehen! So gut! Zu gut. 

Da kommt schon nichts anderes. Nicht jetzt.




 
06     ohne grund - vom kollektiven fallen, 5 Skulpturen, holz, reispapier, acryl, 2026










01   flucht II, olkreide auf malgrund, 90 x 60, 2025






Ich, der Fuchs, ich sehe die Welt. Ich mag Umwege. Ich verstehe Trauer und nehme dich in den Arm. Was ich nicht verstehe, ist der Vorrang von Geld und Ruhm gegenüber Neugierde und neuen verwegenen Gedanken. Ich sehe was sein könnte. Also zum Beisiel wenn es nicht die  Macht des Patriarcharts lgeben würde. Kein mit Geburt erworbenes Recht auf Haben oder Nicht-Haben, Ober- oder Untermench, Mächtig oder Unterdrückt. 

Ha – da bekämen sie lange Gesichter, all die Männer mit ihren Sternen und Orden und Rängen und Talern.







02     der junge und der fuchs, öl auf Malgrund, 80 x 60, 2025




04      der sprung, ölkreide auf papier/mdf, 90 x 60, 2025




 
04     tik tok, öl auf malgrung 80 x 60, 2025






01  der hahn
     privatsammlung, new york
02   die unterredung, acryl auf leinwand 140 x 140, 2023
    



Brief von ’Emily Dickinson an George H. Gould, 1850



Ich wünsche eine Unterredung

Kommen Sie morgen oder Abendrot

Meinetwegen auch zu Neumond

Der Ort ist einerlei

Mit Gold, Purpur oder Sackgewändern

Auf Kleidung geb ich nichts

Mit Schwert, mit Stift mit Flugschar

Es will die Waffe weniger als der sie führt

Mit Kutsche Karre oder auch zu Fuß

Die Ekipage ist der Person nicht gleichzusetzen

Die Seel, der Geist, der Leib gliech viel

Ob Heer, ob Ode, ob Sonne oder Sturm

Ob Himmel oder Erde, 

Irgendwie nirgnedwo werde ich Sie sehen

Nicht sehen allein, nein. Plaudern. Ein Téte a téte, Stelldichein

Schwatz, ein Austausch von Meinungen schwebt mir vor.

Ich ahne, wir werden uns schon einig .

Wir werden unverzüglich sein.

Zur Zeit und außer ihr. Werden angedeien lassen, hegen, hochhalten, hätscheln, wachen, warten.

Zweifel einbehalten, bessern. Erhöhen. Erhellen.

Alles erhabenen Seelen, wie fern sie auch seien, sind unser und die unsrigen ihre.

Es werden Seiten angeschlagen werden.

Es schließen sich Kreise der Gegenseitigkeit

Kognationen internös

Und schläft die Welt den Schlaf von Ignoranz und Irrsa.,

Um sie zu wecken müssen wir krähen wie Hähne, singen wie die Lärchen und aufgehen wie Sonnen.

Oder.

Lassen Sie uns die Gesellchaft an der Wurzel ausreißen und neu pflanzen.

Wir wollen Sonne und Mond ausblasen und Erfindungen fördern.

Alpha wird Omega

Wir werden den Berg der Ehre Sturm geben

Haleluja








02    krach I, öl auf leinwand, 60 x 40, 2024





ausbildung
Fachabitur Grafik und Gestaltung, Robert-Wetzlar-Schule, Bonn | 1992

Goldschmiedeausbildung an der Zeichenakademie Hanau | 1995

Studium an der Fachhochschule Koblenz | 1999–2004
Abschluss: Diplom-Sozialpädagogin

Anstellung im Kulturbüro Rheinland-Pfalz, in Trägerschaft von Soziokultur & Kulturelle Bildung RLP e. V. | 2004 bis heute

Zusatzqualifikationen im Bereich Kultur- und Projektmanagement | 2004–2006
Weiterbildungsprogramm Kultur & Management, Kulturbüro RLP

Studium an der Belas Artes Ulisboa, Lissabon | 2024–2025
Studium der Malerei sowie Kurse in Bildhauerei und Glasgestaltung

Gemeinschaftsausstellung an der Belas Artes Ulisboa | 2025


ausstellungen

2024 
Forstival , Kunstfestival im Wald, Lahnstein
Gemeinschaftsausstellung Freiraum Koblenz 
2025, 
Forstival , Kunstfestival im Wald, Lahnstein 
Art en Place, Vence, Frankreich
2026
Beesem 22, Kulturelle Landpartie
Forstival , Kunstfestival im Wald, Lahnstein 
Mondes Paralleles, Gemeinschaftsausstellung mit David Hardy, Chapelle de Penitents Blancs, Venve, Frankreich


m 

als autodidaktin hat sich moka... schon immer der kunst gewidmet. mit knapp 50 studierte sie kunst an der faculdade belas-artes ulisboa und arbeitet seit 2024 ausschließlich als freischaffende künstlerin.

ihre arbeiten sind realistisch und meist figurativ. sie bewegen sich zwischen alltagsbeobachtung und einer bildsprache, die sich dem magischen realismus annähert. vertraute situationen, gesten und gegenstände geraten in neue zusammenhänge. was zunächst selbstverständlich erscheint, beginnt sich zu verschieben. es entstehen szenen, die zugleich vertraut und befremdlich wirken. das groteske, das absurde und das beiläufige stehen nebeneinander und entwickeln eine eigene erzählweise.

im mittelpunkt steht der mensch: seine wahrnehmung, sein verhältnis zur welt und die gesellschaftlichen verhältnisse, in denen er sich bewegt. moka... beschäftigt sich mit der frage, wie wir leben, was wir für selbstverständlich halten und welche wirklichkeiten wir selbst hervorbringen.

texte, literatur und prozesse der wahrnehmung bilden den ausgangspunkt ihrer arbeit. sie sind material, das aufgegriffen, verändert und in eine eigene bildsprache überführt wird. aus gezeichneten interviews und beiläufigen beobachtungen des alltags entstehen zeichnungen, malereien und objekte.

unter einer mitunter spielerischen oberfläche entfalten die arbeiten eine widerständige, bisweilen unbequeme ebene. sie berühren gesellschaftliche und politische themen, ohne sich in den dienst einer bestimmten botschaft zu stellen. die mehrdeutigkeit bleibt erhalten. widersprüchliches darf nebeneinander bestehen, eindeutige zuordnungen werden vermieden.

die bilder erzählen geschichten, ohne sie abschließend festzulegen. sie stellen fragen, lassen leerstellen und überlassen es den betrachtenden, eigene zusammenhänge herzustellen. nicht selten konfrontieren sie dabei mit einer wahrheit, der man lieber ausweichen würde. sie verlangen keine zustimmung, aber eine eigene position.

moka biss
emser landstraße 22
56112 lahnstein
0049 - (0)176 24442194
mokabiss@posteo.de








2024
Forstival , Kunstfestival im Wald, Lahnstein
Gemeinschaftsausstellung Freiraum Koblenz 
2025
Forstival , Kunstfestival im Wald, Lahnstein 
Art en Place, Vence, Frankreich
2026
Beesem 22, Kulturelle Landpartie
Forstival , Kunstfestival im Wald, Lahnstein 
Mondes Paralleles, Gemeinschaftsausstellung mit David Hardy, Chapelle des Pénitents Blancs, Venve, Frankreich






Mondes Paralleles
Deux langages visuels en dialogue

Exposition de David Hardy dir le Suisse Marcain & moka...
26.8. - 12.9.2026
Chapelle des Pénitents Blancs, Vence, France



Dans Mondes Parallèles, les œuvres de David Hardy, dit Le Suisse Marocain, et de Moka Biss entrent en dialogue. Non pas comme deux visions qui s‘opposent, mais comme deux langages plastiques autonomes qui s‘interrogent, se complètent et parfois se contredisent.

Les peintures lumineuses de David Hardy, ses collages et ses assemblages d‘objets trouvés ouvrent des espaces de légèreté. Elles évoquent la rencontre, le mouvement et la confiance dans ce qui relie les êtres. Moka Biss construit, à travers le dessin, la peinture et l‘objet, des univers poétiques où la perception, la mémoire et les comportements humains deviennent visibles tout en étant remis en question. Là où l‘un abandonne le contrôle, l‘autre marque un temps d‘arrêt. Là où apparaît l‘optimisme, naît le questionnement.

C‘est précisément dans cette tension que l‘exposition trouve toute sa force. Les œuvres ne s‘illustrent pas ; elles se répondent. Une image avance une proposition, la suivante en déplace le sens. Les couleurs rencontrent les symboles, le geste spontané dialogue avec une forme de concentration silencieuse, la légèreté se confronte à la résistance. Entre les œuvres naissent des résonances, des frottements et des espaces intermédiaires où de nouvelles interprétations deviennent possibles. Les images semblent alors converser entre elles, tout en laissant au regard du visiteur une entière liberté.

Mondes Parallèles se présente comme un réseau de perspectives différentes sur une même réalité. L’exposition montre que la contradiction et la connexion peuvent coexister. Malgré leurs approches artistiques distinctes, David Hardy et Moka Biss partagent une même quête : celle d’un monde fondé sur l’ouverture, l’égalité et l’humanité. Ce n’est pas dans l’uniformité, mais dans le dialogue que naissent des espaces où les différences deviennent une force et où de nouveaux liens peuvent apparaître.



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