fast banal, öll auf Leinwand, 160 x 120, 2026
Ach diese Kunst, dieses Verführen
Locken, reizen, betören, bezirzen,
umschmeicheln, bannen, entzücken,
in den Bann ziehen, den Kopf verdrehen, Sehnsucht wecken.
umwerben, verführen, umschlingen,
streicheln, schmeicheln, erhitzen, entzünden, entfachen,
Rausch, Ekstase, und ...aaahh schillernde Erregung
In Versuchung führen, schwach werden lassen, verleiten,
ködern, anfüttern,
Oh süßes Gift, verbotene Frucht, goldener Käfig.
Du, ja du. Du lässt ässt mich schwelgen, kosten, naschen, mich den schönsten Tag erträumen.
Lass mich dir hingeben, mich berauschen, dich berauschen, betäuben, verlieren.
Lass mich eintauchen, versinken, schmelzen.
Lass mich in dir schwimmen, dich ummanteln.
Samt, Seide, Süße,
Dekadenz, Luxus, Überfluss, Rausch, Taumel.
Nie. Niemals würde ich dich hinters Licht führen, dich irreleiten, dich verleiten, missbrauchen, dich gefügig machen, abhängig machen, willenlos machen, schwach machen. Nie
Komm schon. Komm her. Wir wollten doch nur spielen. Schenk mir dein flüstern, säuseln, raunen. Lass mich dir schmeicheln, alles versprechen, dich beschwören, umwerben, umschmeicheln, betören, verführen,
Ach komm schon. Lass uns spielen. Haut, Lippen, Nektar. Honig. Auf deinen Lippen. Die schönen Worte.
Ich will dich. Ich will, ach , ich will dich faszinieren, hypnotisieren, bannen,
nein, nicht blenden, nur betören, bezaubern, ver... verrückt sein nach...ach
Lass mich dir die Welt versprechen.
Ich kann dich zum Träumen bringen, zum Träumen verführen
Dir den Kopf verdrehen. Den Mund wässrig machen.
Komm lass uns zusammen blenden lassen
Lass uns dem Glanz erliegen. Und süßen Lüge folgen
Mit dem Feuer spielen.
Komm schon. Verschleier mich. Manipuliere mich.
Lass mich dich einlullen, blenden, täuschen,
Ich kenn den Weg. Das Paradies mein Kind, oh ja. Auch Ewigkeit. Unsterblichkeit. Glühende Erfüllung. Unendlichkeit.
Komm schon. Komm
Ich folge dir, Erste.
Immer folge ich der Ersten.
Ich bin Teil deiner Umlaufbahn,
so wie du Teil meiner bist.
Du bist meine Spur.
Mein Weg des geringsten Widerstands.
Ich folge dir.
Nummer Drei folgt mir.
Du zeichnest meine Bahn vor,
ich die, meiner Nachfolgerin.
Wir sind Gefolgschaft.
Im Gleichschritt.
Gleichförmig.
Wir leben Gehorsam.
Wir lieben Gehorsam.
Dann passiert etwas.
Wir drehen uns.
Alle folgen.
Niemand führt.
Wir merken es.
Aber wir müssen die Ordnung aufrechterhalten.
Schwarmblindheit.
Gruppensog.
Gruppentrance.
Wir drehen uns
In einer endlosen Spirale.
Keine Nummern mehr.
Vielleicht bin ich jetzt niemand mehr.
Oder Nummer Fünfhundertdreiungachzig.
Vorwärtsdrang.
Im Dauerlauf.
Weiter.
Weiter.
Und dann Schneller.
Aber in der Ordnung bleiben.
Das System aufrecht erhalten.
Du vor mir.
Ich vor ihr.
Keine eigene Richtung.
Kein Eigenleben.
Wir wollen.
Wir wollen müssen. Zwängen.
Zwangsläufigkeit.
Und jetzt: Verhängnis.
Wir sind gefangen im System.
Gefangen in der Schicksalsschleife.
Gleichzeitigkeit von endloser Gegenwart.
Gleichschaltung.
Propaganda.
Ideologie.
Dichtestress.
Zu eng.
Zu eng.
Zu viele Gedanken,
die nicht meine sind.
Sie drängen meine Gedanken
in die letzte Ecke.
Dort können sie nicht mehr gedacht werden.
Uff.
Jetzt drück doch nicht so.
Uff.
Und dann:
Erschöpfung.
Entkräftung.
Ermüdung.
Atemlosigkeit.
Verfall.
Zusammenbruch.
Kollaps.
Endlosigkeit.
Ewigkeit.
Ein Kreis aus toten Ameisen.
Uff.
Die eigentliche Zeit ist vorbei, aber das Spiel geht weiter. Was macht man mit dieser Zeit? Wem gehört sie? Ist sie überhaupt noch „echte Zeit“.
Man kann sich zum Beispiel flüchten. Man kann imaginieren. Man kann sich vorstellen wie die Welt hätte gewesen sein können.
Früher, kleiner Fuchs, früher gab es noch Wälder. Riesige Bäume die den Boden kühl und feucht gehalten haben. Und dieses Rauschen. Das war schön.
Die Nachspielzeit ist wie eine verstopfte Zukunft. Wie, wenn man weiß, dass die Zeit fast vorbei ist und man darauf wartet, dass etwas Neues beginnt.
Die Welt. Aus den Fugen? Nein. Doch nicht aus den Fugen! Es ist doch schön! Alltag. Gedanken machen. Besser nicht. Nächster Gedanke. Flucht nach innen. Verharren. Wegsehen. Reisen. Oh ja! Gerne in die Ferne. Immer weiter und weiter. Glamour und Glitzer. Und möglichst viele Bilder auf denen der Reste der Welt sehen kann wie glücklich wir doch sind. Wie gut wir es doch haben. Ach schön. So schön! Wir lassen es uns gut gehen! So gut! Zu gut.
Da kommt schon nichts anderes. Nicht jetzt.
moka.art
latest work
fast banal & mad world, oktober 2026
“When people run in circles, it's a very, very mad world” singen Tears for Fears.
Menschen sind in Bewegung. Sie tanzen, laufen, drehen sich, folgen einander. Jede/r ist beschäftigt, jede/r hat eine Richtung, eine Aufgabe, einen Rhythmus. Wo die Bewegung hinführt ist unklar. Die Orientierung längst verloren.
Ihre Gesten tänzelnd, stöckern, ein bisschen ungelenk und doch einer Ordnung folgend. Leichtigkeit. Anspannung.
Gesellschaftliche Routinen.
Funktionieren.
In der Natur lässt sich ein ähnliches Phänomen beobachten: die Ameisenmühle. Verlieren Ameisen die Orientierung, können sie beginnen, einander im Kreis zu folgen. Eine Bewegung, die zunächst sinnvoll erscheint, wird zur endlosen Wiederholung. Mad World
Was sich in der Natur nicht beobachten lässt, ist die Lüge.
Beinahe banal ist sie geworden. Selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Oft ist uns die Lüge lieber als eine Wahrheit, die wir nicht hören wollen. Und manchmal scheint es kaum noch eine Rolle zu spielen, ob eine Aussage wahr ist oder nicht.
Wahrheit. Behauptung.
fast banal.